Dots&Loops – Burgos, Spanien

Dots&Loops formuliert für den Süden von Burgos eine durchlässige Stadtkante. Im Sinne eines verwobenen Stadt-Land-Verhältnis wird mit Türmen zeichenhaft die Grenze besetzt ohne eine physische Trennung zu etablieren. Im Gegenteil, die verdichtende Wirkung entfaltet das Projekt dadurch, dass es die Potentiale und Nachteile des Ortes – Nähe zur Landschaft und Infrastruktur versus Lärmbelastung durch die Autobahn-  kleinmaßstäblich verhandelt. Dazu dient eine elestische Wohnblock-Typologie: Introvertierte aufgeständerte Loops schirmen zum einen den Lärm ab und ermöglichen andererseits eine fließende Verbindung der Gartenhöfe zur Landschaft. Jede Wohnung ist dreigeschossig und hat einen eigenen Stellplatz direkt unter der Wohnung. Eine Treppe verbindet alle Geschosse miteinander und dient  als individueller Zugang zum gemeinsamen Garten-Patio. Sie führt von dort aus ins Grüne. Das Wohnen folgt einem klaren Prinzip: es wird zur verlangsamenden Schnittstelle zweier Momente: dem Ankommen mit dem Auto und dem Hinausgehen in die Landschaft.

In der städtebaulichen Weiterbearbeitung des Entwurfs wurde die Parzellierung zum Werkzeug der Landschaftsgestaltung und zum Instrument der Festschreibung öffentlicher Durchlässigkeit. Öffentliche Flächen und private Grundstücke sind über topographische Konturen getrennt. Sie bilden ein differenziertes ornamentales Muster, das die Vegetation und Beläge der lokalen Umwelt programmatisch einsetzt. Parkfinger holen die agrarische Landschaft tief in das neue Stadtgebiet hinein. Sportanlagen setzen an der städtischen Seite an und drängen ins beackerte Feld. Land und Stadt treten in eine durchdringende Beziehung und bleiben gleichermaßen zugänglich.

 

Projekttyp: Mastplan und Landschaftsgestaltung
Jahr: 2001 – 2002
Ort: Burgos, Spanien
Auftraggeber: Aragon Izquierdo, S. L. Burgos
Team Wettbewerb:Sabine Müller, Andreas Quednau
Team Masterplan: Sabine Müller, Andreas Quednau, Marta Male-Alemany
Team Landschaftsgestaltung: Sabine Müller, Andreas Quednau
Programm:
245 Wohnungen, 1,500 m2 Einzelhandel, 750 Stellplätze, Sportflächen
Planungsgebiet: 3,75 ha
Auszeichnungen: Wettbewerb Europan 6 – 1. Preis, Hans-Schaefer-Preis 2001 (Bund Deutscher Architekten BDA)


Landschaft, Stadt, Wettbewerbe
31/12/2002